mach mal -
Ob Theater, Ausstellungen, Performances, Fotografien, Videos, Interviews... In diese Kategorie passen alle von Euch frei gestalteten Beiträge.

Zeitzeugen ’40- ’45 in der Königin-Luise-Stiftung

Seit dem Jahr 2000 setzen sich Jugendliche in der Königin- Luise- Stiftung kontinuierlich mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Sie laden Zeitzeugen ein, nehmen jährlich an der Kranzniederlegung am Tag der Befreiung in Lichterfelde teil und beteiligen sich am 04.05. mit ehemaligen Häftlingen aus den Niederlanden, am nationalen niederländischen Gedenktag in Sachsenhausen.
Auch in diesem Jahr setzen Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren diese wichtige und notwendige Erinnerungsarbeit fort. Sie treten für eine tolerante und menschenwürdige Zukunft gegen Faschismus, Rassismus und Antisemitismus ein.

Bits against Racism

Die Berliner Falken haben mit Jugendlichen aus Reinickendorf ein Projekt für Vielfalt Respekt und gegen Rassismus durchgeführt. Bei dem Projekt setzte sich die Gruppe intensiv mit dem Thema Rassismus und Rechtsextremismus auseinander. Beispielsweise wurde ein Zeitzeugengespräch mit Überlebenden des Holocaust und einen Vortrag zum Widerstand im Nationalsozialismus in Reinickendorf organisiert. Die Jugendlichen haben gemeinsam Seminare besucht und selbst Texte zum Thema verfasst. Zudem wurde eine “CD gegen Rechts” hergestellt, um im Berliner Bezirk Reinickendorf auch ein hörbares Zeichen gegen Intoleranz und Diskriminierung zu setzen.

Die Ergebnisse sind auf der Homepage „Bits against Racism“ zu sehen:. Hier finden sich Texten zum Thema Rechtsextremismus, die von Jugendlichen für Jugendliche geschrieben wurden. Auf der Homepage kann auch ein Film zum Thema Alltagsrassismus angesehen werden, den die Gruppe selbst produziert hat.

Ungehindert behindert

Die Biesalski-Schule ist eine Schule für Schüler mit dem Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung”. Viele sind in ihrer Mobilität eingeschränkt, einige sitzen im Rollstuhl. Im Rahmen der Film-AG und dem Projekt „Kiez-TV” in Kooperation mit dem KiJuB Steglitz – Zehlendorf entstand Ende 2008 der Film „Ungehindert behindert”. Der Film begleitet die Schüler bei einem Ausflug in die direkte Schulumgebung. Es wird deutlich, dass Menschen im Rollstuhl durch viele Hindernisse in ihrer Mobilität eingeschränkt werden. Hierzu gehören zu hohe Bordsteinkanten, nicht rollstuhlgerechte Busse und ein fehlender Fahrstuhl am nächstgelegenen U-Bhf Oskar-Helene -Heim.

Den Schüler ist es wichtig, auf diese Probleme aufmerksam zu machen und sich für ihre Bedürfnisse einzusetzen. Erste Erfolge konnten bereits erzielt werden: Im Mai 2009 wurden mehrere Bordsteinkanten in der Schulumgebung abgesenkt.

S.O.S – Let’s organize Somethin’

Das Ziel der Kampagne „S.O.S – Let’s organize Somethin’“ der Türkischen Gemeinde Deutschland ist es, Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zu mehr Beteiligung in Politik und Gesellschaft zu befähigen. Integration soll durch Empowerment erreicht werden.

Durch Workshops zum Thema zivilgesellschaftliches Engagement wird den Jugendlichen gezeigt, welche Möglichkeiten ihnen in der deutschen Gesellschaft offen stehen. Konkret wird etwa trainiert, die Angst vor Publikum zu überwinden und selbstbewusst Initiative zu ergreifen.

Wenn man den Blick zum Himmel hebt, gibt es keine Grenzen mehr

Die Kinder einer Mädchengruppe des CVJM im Märkischen Viertel treffen sich wöchentlich, um sich über Probleme von Ausgrenzung und Rassismus in ihrem Kiez zu auszutauschen und zu beraten.

Welche persönlichen Erfahrungen haben wir mit Diskriminierung gemacht? Wie sind wir damit umgegangen? Wie können wir dazu beitragen, dass Diskriminierung und Rassismus keine Probleme in unserem Viertel mehr sein müssen? Anhand dieser Fragen haben sich die Mädchen Gedanken gemacht, um mögliche Antworten zu finden. Immer wieder wird deutlich, dass Themen wie Diskriminierung und Rassismus leider noch sehr aktuell sind und auf keinen Fall totgeschwiegen werden dürfen.

Für das Jugendforum denk!mal ’10 haben die Mädchen einen Kurzfilm gedreht, in dem sie ihre Gedanken zu den genannten Fragen zum Ausdruck bringen.

Filmdokumentation der Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

Der Wahlpflichtkurs „Politik und Zeitgeschichte“ des letzten 10. Jahrgangs der Wilma-Rudolph-Oberschule hat sich im letzten Jahr nach intensiver Vorbereitung auf den Weg nach Krakau gemacht. Dort fand am ersten Tag der Klassenfahrt eine von den Schülern vorbereitete Führung statt. Am 2. Tag machte sich die Gruppe dann auf den Weg zu ihrem eigentlichen Ziel, der Gedenkstätte Auschwitz/Birkenau. Auch dort haben die Schüler eigene kurze Beiträge zu einzelnen Bereichen geliefert.

Die Gespräche, Gedanken und Empfindungen der Schüler während der Gedenkstättenfahrt werden in dem entstandenen Film dokumentiert. Für alle Beteiligten war die intensive Beschäftigung mit den Geschehnissen vor 65 Jahren eine wichtige und lehrreiche Erfahrung. Dies wird in dem entstandenen Film deutlich.

Wir machen Radio: Eine Sendung zur Pogromnacht

Die Novemberpogrome 1938 markierten den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zu deren systematischer Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete. In der Nacht vom 09.-10. November des Jahres 1938 wurde in Deutschland, Polen, Österreich und vielen anderen Ländern, die jüdische Bevölkerung gedemütigt, ausgeraubt und aus ihren Häusern getrieben. Tausende Wohnungen, Geschäfte und Synagogen wurden zerstört.

Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses Zeitgeschichte/Politik des 10.Jahrgangs der Wilma-Rudolph-Oberschule haben eine Radiosendung zur Pogromnacht aufgenommen. Sie sprachen mit Zeitzeugen, recherchierten Berichte aus anderen Ländern, schrieben Texte und stellten Musik zusammen. Auf diese interessante und persönliche Art möchten sie anderen Jugendlichen dieses Thema nahebringen.

Zurückgehen oder bleiben – kurdische und türkische Perspektiven auf den Mauerfall

In dem Videoprojekt des Vereins der Eltern aus Kurdistan – Yekmal e.V. beschäftigen sich Jugendliche mit der In dem Videoprojekt des kurdischen Vereins Yekmal e.V. beschäftigen sich Jugendliche mit der Lebenssituation kurdischer und türkischer Migranten in Berlin-Kreuzberg in den letzten 20 Jahren. Die Dokumentation zeigt, dass die Wende auf Menschen mit Migrationshintergrund existenzielle Auswirkungen hatte: Durch den strukturellen Wandel des Arbeitsmarktes verloren viele ihren Arbeitsplatz. Fremdenfeindlichkeit nahm zu. Häufige Folgen waren Identitätskrisen und eine zunehmende Ethnisierung.

Als Zeitzeugen wurden Mitarbeiter eines Nachbarschaftshauses interviewt, sowie ein Pädagoge, der an einer Kiezschule Angebote zur Integration der Eltern leitet. Auf Grundlage persönlicher und beruflicher Erfahrungen analysierten die Interviewpartner die Erlebnisse, Einsichten und Reflektionen vieler Menschen zu diesem Thema.

Vermisste Nachbarn

In dem Projekt des Kiezbündnis Klausenerplatz e.V. begaben sich Jugendliche im Alter von 11-14 Jahren auf die Spurensuche verfolgter und deportierter Jüdinnen und Juden in ihrem Kiez. Ziel war es, Zeitzeugen zu finden, die über die Judenverfolgung in der eigenen Nachbarschaft berichten können. Mit einem Besuch des Mahnmals am S-Bahnhof Grunewald und einer Führung durch das  Blindenmuseum Otto Weidt in der Stiftung „Gedenkstätte Deutscher Widerstand” begann die Dokumentation des Projektes. Durch die Unterstützung des Blindenmuseum konnte der Kontakt zu Inge Deutschkron hergestellt werden, die einer kleinen Abordnung der Gruppe ein Interview gab. Frau Deutschkron musste sich während des Naziregimes zwei Jahre lang versteckt halten und hat dies gegenüber den Jugendlichen ausführlich und beeindruckend geschildert. Die Ergebnisse des Projekts „Vermisste Nachbarn“ wurden in einem 25-minütigen Film dokumentiert. Dieser ist unter www.vermisste-nachbarn.de zu sehen.

Dance Against Racism

Das internationale Tanzprojekt „Dance Against Racism“ fand vom 24. Juli bis zum 8. August 2009 in Berlin statt. Jugendliche aus verschiedenen europäischen Ländern waren eingeladen, um in Workshops eine Performance gegen den alltäglichen Rassismus zu erarbeiten. Dabei wurden Erfahrungen und Reflexionen von Rassismus in modernen Tanz, Capoeira Angola und Theater umgesetzt.

Alltagsrassismus in der Mitte der Gesellschaft bildet das Fundament für rechtsextreme Übergriffe und rassistische Gewalt. „Dance Against Racism“ dient der Reflexion des eigenen Standpunkts und der eigenen Verhaltensweisen. Ziel war es verschiedenen Sichtweisen zusammen zu bringen und bei Teilnehmern und Zuschauern ein Bewusstsein für die alltäglichen Erscheinungsformen von Rassismus zu schärfen und neue Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Am abschließenden Wochenende wurde die Choreografie an öffentlichen Plätzen in Berlin präsentiert. Das Projekt wurde in einem begleitenden Film dokumentiert.

Erinnerungskultur in Steglitz – Die Spiegelwand

Spiegelwand

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 der Fichtenberg-Oberschule beschäftigten sich mit der Zielsetzung, Entstehungsgeschichte und Wirkung der „Spiegelwand“ auf dem Hermann-Ehlers- Platz in Berlin-Steglitz. Die 38,5 Quadratmeter große, hochpolierte Chromstahlwand konfrontiert die Passanten auf dem Marktplatz mit den eingravierten Namen, Geburtsdaten und Anschriften von jüdischen Deportierten aus ganz Berlin und spiegelt gleichzeitig den Betrachter und das Marktgeschehen. Auf diese Weise wird in der Geschichte das gegenwärtige Verhalten reflektiert: „Jede Blume, jede Schmähparole wird zum Bestandteil der Gedenkstätte“, so einer der Künstler.

Der Realisierung dieses „Denkzeichens“ ging eine heftige und langwierige Kontroverse im Bezirk voraus, an der sich auch damalige Schülerinnen und Schüler der Fichtenberg-Oberschule beteiligten. In drei Gruppen entstanden auf der Grundlage von Interviews mit Passanten, ehemaligen Schülern und einem der Künstler Dokumentarfilme, die über die Spiegelwand informieren.

„Man warf mich in ein Lager…” – Das vergessene Zwangsarbeiterlager Blankenfelde

In unmittelbarer Nachbarschaft des „StadtGutes Blankenfelde“ im Norden Berlins befand sich von 1942 bis 1945 ein so genanntes Durchgangs- bzw. Sterbelager für arbeitsunfähige Ostarbeiterinnen und Ostarbeiter. Heute erinnert vor Ort nichts mehr daran.

Mit der Videodokumentation „Man warf mich in ein Lager, in einen verdammten Ort… – Das vergessene Zwangsarbeiterlager Blankenfelde” soll dessen Geschichte der Vergessenheit entrissen, Hintergründe beleuchtet und Einzelschicksale von Betroffenen vorgestellt werden. Teil des Videofeatures sind Aufnahmen von archäologischen Grabungen, die im Juli 2009 auf dem ehemaligen Lagergelände stattgefunden haben. Der Film ist im Rahmen eines Jugendprojektes von Metaversa e. V. entstanden, das mit Schülern und Schülerinnen der 9. und 12. Klasse des Max-Delbrück-Gymnasiums Berlin in Zusammenarbeit mit dem Museumsverbund Pankow durchgeführt wurde.

“…dass wir mit ´nem echten Zeitzeugen gesprochen haben…”

Im April 2008 befragten Schülerinnen und Schüler des Georg-Mendheim-OSZ Oranienburg/Zehdenick mehrere Überlebende des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Ein Filmteam begleitete die Schülerinnen und Schüler und bereitete sie auf die Gestaltung von Videointerviews vor.

Auf Einladung der brandenburgischen Staatskanzlei begleiteten zwei Schüler den Ministerpräsidenten Matthias Platzeck auf seiner Reise nach Israel und stellten Teile des Films (ein Interview mit Helmut Zwi Steinitz) schon vorab der Öffentlichkeit vor. Der Film wurde 2009 fertig gestellt. Die Ergebnisse der Zeitzeugeninterviews wurden in das Lernzentrum der Ausstellung „KZ Sachsenhausen 1936-1945″ integriert.

Helfen erlaubt!? – Workcamp der helfenden Verbände in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Unter dem Motto „Helfen erlaubt?!“ fand vom 17. bis zum 23. Oktober 2009 in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück ein Jugend-Workcamp der helfenden Verbände aus Berlin und Brandenburg statt. Die 37 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendverbände von Johannitern, Technischem Hilfswerk, Feuerwehr und  Rotem Kreuz setzten sich dabei intensiv mit der Geschichte des Ortes auseinander und trafen Überlebende des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück.

Die Jugendlichen halfen durch umfangreiche Arbeitseinsätze, das riesige Gelände des ehemaligen Lagerkomplexes vor dem Verfall zu bewahren und somit die historischen Spuren der Gedenkstätte zu erhalten. Das Projekt wurde in einem Kurzfilm dokumentiert.

Versteckt hinter Mehlsäcken – Eine Geschichte über Mut und Zivilcourage

Bäckerei Hildebrandt

Schülerinnen und Schüler des Manfred-von-Ardennne Gymnasiums beschäftigten sich mit der Geschichte der Familie Otto und Elsa Hildebrandt aus Hohenschönhausen. Durch ihren mutigen Einsatz konnte die Bäckerfamilie laut Aussage einer Zeitzeugin mehrere Juden vor der Deportation bewahren, indem sie diese im Keller ihrer Bäckerei versteckt hielt.

Da bisher, unter anderem auf Grund mangelnder Informationen, noch keine Gedenktafel existiert, war es Ziel des Projektes, dies zu ermöglichen. Im September 2009 fand im Haus der ehemaligen Bäckerei in der Simon-Bolivar-Straße 51 ein Tag der Erinnerung über das Wirken der Familie Hildebrandt im Kiez und ihren mutigen Einsatz für die Verfolgten statt. Außerdem gab es eine Ausstellung im Innenhof, Einblicke in den Keller, Zeitzeugengespräche und Informationen über das Überleben von Jüdinnen und Juden im Versteck in Berlin während des Nationalsozialismus.

Peter Ginz – Literatur hinter Ghettomauern

Gruppenfoto der teilnehmenden Schüler der Sophie-Charlotte-Oberschule

Schülerinnen und Schüler einer 10. Klasse der Sophie-Charlotte-Oberschule haben sich mit dem Leben und den künstlerischen Aktivitäten von Peter Ginz beschäftigt. Peter Ginz, 1928 in Prag geboren und von den Nazis als sogenannter Halbjude stigmatisiert, wurde mit 14 Jahren von seiner Familie getrennt und ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Trotz der menschenunwürdigen Zustände im Ghetto nutzte er als literaturinteressierter und schreibbegabter Jugendlicher die Zeit, um als Herausgeber und Redakteur der geheimen Jugendzeitschrift „Vedem” zu arbeiten, Gedichte zu schreiben und zu malen. 1944 wurde Peter Ginz von der SS in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Er hinterließ 120 Zeichnungen, Romanmanuskripte und Gedichte sowie Tagebücher, die von seiner Schwester, die den Holocaust überlebte, als „Prager Tagebuch” veröffentlicht wurden. Auf der Grundlage seiner Biografie, seiner künstlerischen Hinterlassenschaften und Recherchen zur Zeitgeschichte ist unter Leitung von Frau Dr. Nagorsnik ein künstlerisches Projekt entstanden, aus dem die Schülerinnen und Schüler einen Ausschnitt vorstellen.

ZOOM: Nach den Rechten sehen!

Das unabhängige Podcast-Team Berlin-Lichtenberg produzierte im Vorfeld der Bundestagswahl 2009 den fünfteiligen Video-Podcast „Zoom – Nach den Rechten sehen”. Ziel war es, am Beispiel der NPD über das Wirken rechtsextremer Parteien aufzuklären und deren Ziele und Strategien zu entlarven. Die NPD ist seit 2006 mit drei Bezirksverordneten auch in der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg vertreten.

Die Podcastreihe richtet sich vor allem an Jugendliche und Jungwähler, die sich vom demokratischen Standpunkt aus über rechte Parteien informieren wollen. Die einzelnen Teile beschäftigen sich mit der “Einstiegsdroge“ Rechte Musik, dem Parteiprogramm der Rechtsextremen, ihrem Auftreten in kommunalen Gremien sowie mit einem möglichen Parteiverbotsverfahren. Der abschließende Podcast richtete den Blick auf die U-18-Wahl 2009 in Lichtenberg: „Jugendliche stimmen gegen Rechts.“ Die einzelnen Videos finden sich im Netz unter: www.youtube.com/user/podcasteam.

Du Held!

Der junge und von Jugendlichen selbstorganisierte Roma-Deutsche Verein „Amaro Drom e.V.“ arbeitet für die Stärkung der Eigeninitiative, der Mobilisierung, der Vernetzung und des Selbstwertgefühls jugendlicher Roma und ihre politische und gesellschaftliche Beteiligung. Das Bewusstsein über die eigene Herkunft, Kultur und Geschichte, aber auch über die Kultur und Geschichte des Landes in dem sie leben, nimmt dabei eine wichtige Rolle ein. Die Lebensläufe vieler junger Roma sind von Misserfolgen in Schule und Beruf gezeichnet. Ihre Roma-Identität erscheint vielen als zusätzliche Last, die zu Diskriminierung und sozialer Exklusion führt. So wie ihr “Fremdsein” meist kein Respekt in der Gesellschaft findet, fällt es ihnen schwer Respekt und Toleranz anderen gegenüber zu zeigen. Während sie ihre eigenen Fähigkeiten kaum anerkennen, träumen sie von den vermeintlich unerreichbaren Helden.

Das Theaterprojekt “Du Held!” richtet sich vorwiegend an junge Roma, die sich gemeinsam mit dem Thema Menschwürde, Gleichheit und Anders-Sein auseinander setzen. Gemeinsam geht es auf die Suche nach Geschichten aus der eigenen Lebenswelt und dorthin wo Menschen Zivilcourage gezeigt und sich für die Menschenwürde anderer eingesetzt haben.

Die wärmste Ecke im Osten… – Leben und Aufbegehren von Lesben und Schwulen in der Haupstadt der DDR

Lesben und Schwule in der DDR der 50er u. 60er Jahre führten – wie auch Homosexuelle in der BRD – meist ein Leben im Verborgenen. Erst unter dem Eindruck der 68er Revolte in Westeuropa, deren Welle der sexuellen Aufklärung mit dem Praunheim-Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt” auch in den Osten schwappte, begann sich Anfang der 70er eine Emanzipationsbewegung von Lesben und Schwulen im „Arbeiter- u. Bauernstaat” zu formieren.

Jugendliche der Video-AG „(L)Einwand” des Juventus e.V. haben sich in Zusammenarbeit mit dem Sonntags-Club auf Spurensuche in die schwul-lesbische Historie begeben. Schwerpunkt des entstandenen Films ist die „wärmste Ecke im Osten” zwischen „Rue de Galopp” und „Busche”. In Interviews mit Zeitzeugen und Wissenschaftlern spürten sie Lebensgeschichten respektive Ausgrenzungs- und Verfolgungserfahrungen von Homosexuellen in der DDR nach.

Tanzwerkstatt gegen Ausgrenzung

Foto eines Auftritts der Tanzwerkstatt

Die Tanzwerkstatt fand im Rahmen der Projektreihe „Ich, Du, Er, Sie, Es – WIR!” der Lohschmidt-Oberschule Berlin statt. Diese ziehlt darauf, den Schüler aus 27 Herkunftsländern ein gemeinseames Indentifikationsprojekt zu geben und den Zusammenhalt zu stärken. Unter Anleitung von Lenah Strohmaier – die an der Entstehung des mehrfach preisgekrönten Films „Rythm Is It” mitgewirkt hat – entwarfen die Schüler Bilder und Choreografien zu den Motiven „Ausschluss, Mobbing, Zusammenhalt”.

Vielen Schülerinnen und Schülern fällt es leichter ihre Gedanken und Beweggründe künstlerisch auszudrücken und darüber in einen Diskussionsprozess einzusteigen. Im Tanz finden sich Wege Selbsterlebtes an die Oberfläche zu lassen und seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Durch die herkunftsübergreifende Teamarbeit konnten kulturelle Gräben, die zwischen den einzelnen Schülerinnen und Schülern aufgrund ihrer unterschiedlichen Nationalitäten bestehen, überbrückt werden. Aufgrund der Themensetzung wurden die Schülerinnen und Schüler dazu angeregt, sich für Werte wie Toleranz und Respekt in unserer Gesellschaft einzusetzen.

Formen der Erinnerung

Schüler der 9. und 10. Klasse der Hector-Peterson-Gesamtschule

Ausgangspunkt des Projektes war die vorhandene Gedenktafel aus Bronze auf dem Schulgelände der Hector-Peterson-Gesamtschule in Berlin-Kreuzberg. Die Tafel erinnert an vier Lehrer des damaligen Luther-Lyzeums, die 1933 von den Nationalsozialisten wegen ihres jüdischen Glaubens aus dem Schuldienst entlassen, verfolgt und ermordet wurden. Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse begaben sich auf die Spuren dieser Lehrer. Durch gemeinsame Besichtigungen von historischen Orten und Orten des Gedenkens verfolgten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer damit gleichzeitig die Stationen der Ausgrenzung, Entrechtung und Vertreibung bis zur Deportation der Berliner Jüdinnen und Juden.

Die Schülerinnen und Schüler untersuchten, inwiefern die vorhandenen Darstellungsformen geeignet sind, um Jugendlichen in der heutigen Zeit das historische Geschehen nahe zu bringen. Im Zusammenhang mit der Umhängung der Gedenktafel in den neuen Eingangsbereich der Schule wurden Ideen entwickelt, um den Mitschülerinnen und Mitschülern die Bedeutung der Geschehnisse zu vermitteln. Es entstandenen keramische Bodenelemente, die als Hinweiszeichen für die Gedenktafel dienen und das Gedenken in die Gegenwart bringen sollen.

“30.000 Butterbrote wären ein Statement”

Im Rahmen eines Filmprojektes wollten Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums in Oranienburg und der 10. Klasse der Albert-Schweitzer-Oberschule in Hennigsdorf herausfinden, wie Oranienburger Bürgerinnen und Bürger in der Zeit des Nationalsozialismus das KZ Sachsenhausen erlebten und ob es Möglichkeiten gab, den Häftlingen dort zu helfen. Sie stellten sich selbst die Frage nach Zivilcourage heute.

Unter Anleitung von Waidak media e.V. haben die Schülerinnen und Schüler mit Oranienburgern und Mitarbeitern der Gedenkstätte Gespräche geführt und aufgezeichnet. In einer intensiven Arbeitsphase wurde das ursprüngliche Filmkonzept überarbeitet und die Verwendung der einzelnen Interviewteile diskutiert. Es entstand ein 54-minütiger Dokumentarfilm, der beim Jugendforum denk!mal präsentiert wird.

Unsichtbares sichtbar machen?!

Das Videoprojekt „Unsichtbares sichtbar machen!?” widmet sich dem häufig totgeschwiegenen Thema Asyl und Abschiebung in Deutschland. Über die Situation der im Wohnheim für Asylbewerber oder im Abschiebegewahrsam Grünau lebenden Menschen ist oft wenig bekannt. Es handelt sich um weitgehend „unsichtbare“ Orte und Menschen.

Der 2008/2009 entstandene Projektfilm will diese Orte und Menschen vorstellen, um den schwierigen, oft unbekannten Lebensrealitäten eine Öffentlichkeit zu verschaffen. Das Jugendprojekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Bewusstsein für die Schicksale der von Abschiebung bedrohten Menschen herzustellen und eine Diskussion darüber anzustoßen. Der Film wurde mittlerweile veröffentlicht und bei verschiedenen Anlässen vorgeführt.

Spuren des Nationalsozialismus

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 der Fichtenberg-Oberschule begaben sich in drei verschiednen Gruppen auf die Suche nach Zeugnissen des Nationalsozialismus in ihrem Bezirk. Eine Gruppe beschäftigte sich mit der Geschichte des ehemalige Reichsgesundheitsamt Thielallee. Die Schülerinnen und Schülern besuchten den historischen Ort und befragte Passanten nach der Geschichte des Instituts und dem heutigen Umgang damit. Eine zweite Schülergruppe besuchte das KZ-Außenlagers Lichterfelde und führte Gespräche über die heutige Bedeutung des historischen Ortes im Bezirk. Die Schülerinnen und Schüler der dritten Arbeitsgruppe setzten sich mit der Thematik des proletarischen Widerstands in Steglitz-Zehlendorf auseinander. Sie sprachen mit einem Mitarbeiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und besuchten Orte des Widerstands im Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Im Kern aller Arbeiten standen die Geschichte des Gedenkens sowie die Entstehung eines Geschichtsbewusstseins. Die Schülerinnen und Schüler erstellten Plakate und Vorträge zu den jeweiligen Thematiken und stellten diese in der Cafeteria „Prause-Klause“ der Fichtenbergschule öffentlich aus.

Das Glashaus

Das Projekt „Glashaus” fand vom 7.-12. Juni 2009 in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen „Haus Szczypiorski” mit elf Auszubildenden der Holzwerkstätten der Überbetrieblichen Ausbildungszentren Friesack und Wriezen statt, die an der Herstellung von 40 Fenstern für ein Depotgebäude in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen beteiligt waren. Ziel des Projekts war es, über die praktische Tätigkeit die persönliche Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus zu intensivieren.

Im Rahmen des Projekts lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei verschiedenen Führungen die Gedenkstätte und ihr Umfeld kennen. Im Dialog mit der Gedenkstätte, dem Bildungsverein für die Gedenkstätte und dem Bildungsverein Bautechnik Berlin entwickelte der Künstler Thorsten Streichardt das Konzept für das „Glashaus” und leitete die Durchführung. Im Zentrum stand die gemeinsame praktische Arbeit, die Planung und Realisierung eines kleinen Glasgebäudes aus den alten Fenstern, das mit selbst hergestellten oder gefundenen Objekten, Texten und Fotos bestückt wurde.

Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim


Während einer einwöchigen Gedenkstättenfahrt besuchten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b der Johannes-Lindhorst-Schule aus Reinickendorf vom 09. bis 15. November 2009 die polnische Stadt Oświęcim. In der Region um Oświęcim war während der Zeit des Nationalsozialismus der größte Komplex von deutschen Konzentrationslagern: Das Stammlager Auschwitz I, das Vernichtungslager Auschwitz II (Birkenau), das Arbeitslager Auschwitz III (Monowitz) sowie zahlreiche Nebenlager.

Die Fahrt wurde im Unterricht vorbereitet und die gesammelten Eindrücke in der Gruppe diskutiert. Unter der Leitung von Elke Beier dokumentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen in Form einer großen Wandzeitung. Diese wird während der Ausstellung des Jugendforums denk!mal ’10 vom 18.-25. Januar 2010 zu sehen sein.