Zeitzeugengespräch
Zwei
Zeitzeugen
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Über fünf Jahre in der "Hölle"
Am 8. Dezember 2004 fand im Rahmen des Jugendwettbewerbes denk!mal
ein Zeitzeugengespräch im Abgeordnetenhaus von Berlin statt.
Über 30 Jugendliche hörten interessiert Adam König
zu, der als Jude Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns wurde.
Nach einführenden Sätzen von Herrn König kam man
miteinander ins Gespräch. Dabei wurde für die 13- bis
18-Jährigen Geschichte lebendig und verständlich.

Als vor fast 60 Jahren das Konzentrationslager Auschwitz von Truppen
der Roten Armee befreit wurde, war Adam König gerade 22 Jahre
alt. Er hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die "Hölle"
durchlebt. Im November 1939 war er in das KZ Sachsenhausen gebracht
worden. Hier war es für die Aufseher geradezu ein "Sport"
die Häftlinge zu schikanieren. Er musste Misshandlungen und
Psychoterror über sich ergehen lassen. In den folgenden Jahren
litt er im Klinkerwerk unter dem nationalsozialistischen Programm
"Vernichtung durch Arbeit". Nach einer Widerstandsaktion
im KZ wurde Adam König mit anderen Juden im Oktober 1942 nach
Auschwitz deportiert. Über zwei Jahre wurde er unter mörderischen
Bedingungen in einem IG-Farben-Werk ausgebeutet. Im Januar 1945,
kurz vor der Befreiung von Auschwitz, trieben die Nazis knapp 60.000
Häftlinge einen Tag und eine Nacht auf einen rund 60 Kilometer
langen Fußmarsch nach Westen. Tausende Menschen starben. Für
König folgten Deportationen nach Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen.
Erst am 15. April 1945 wurde er von englischen Soldaten befreit.

Dass trotz der mörderischen Bedingungen Mitmenschlichkeit im
KZ erfahrbar war, zeigte eine Episode, die Adam König den Jugendlichen
erzählte: Als er am ersten Abend im KZ Sachsenhausen in Block
39 eintraf, überreichten seine Mithäftlinge ihm eine Tasse
Suppe, die sie vom kargen Mittagessen abgezweigt hatten. Sie war
kalt, doch wärmte auf eine andere Weise.
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